Fußball WM 2026 - Wie Trump die WM-Touristen fernhält
Shownotes
Die WM 2026 soll das größte Fußballturnier aller Zeiten werden – doch Amerikas Hotelbranche schaut ernüchtert auf die Buchungslage. Statt ausgebuchter Häuser: magere 1,2 Prozent Umsatzwachstum im Juni.
Weiterführende Links & Infos von fussballnationalmannschaft.net: 👉 Aktuelles Thema: FIFA WM 2026: US-Hotellerie erwartet niedrige Anzahl internationaler Gäste
Themen dieser Folge:
- Ernüchternde Hotelbuchungszahlen zur WM 2026 in den USA
- Nur 1,2% Umsatzwachstum im Juni, 1,5% im Juli – ein Viertel des WM-94-Booms
- FIFA musste reservierte Zimmerkontingente bereits zurückgeben
- Bay Area: nur 15% der Blockreservierungen abgerufen
- Das 50/50-Ziel der FIFA (heimische/internationale Fans) wird verfehlt
- Visa-Gebühren (250 $) und Social-Media-Überprüfungen an der Grenze
- Abgesagte Fan-Feste, z.B. in Jersey City
- Gewinner: Dallas, Los Angeles, Miami, New York (direkte Flugverbindungen)
- Verlierer: Kansas City mit erwartetem Buchungsrückgang von bis zu 6,3%
- Droht die WM zum rein nationalen Turnier zu werden?
Erwähnte Personen & Institutionen:
- FIFA
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Transkript anzeigen
00:00:00: Sprecher 1: Willkommen zur neuesten Ausgabe von Der fünfte Stern, täglich National Elf und WM 2026 News. Am heutigen 14. April. Gestern hatten wir hier ja die immensen Ticket- und Reisekosten als Thema. Ein ziemlich teures Pflaster für die Fans. Heute schauen wir auf die andere Seite der Medaille, nämlich auf die US-Hotelbranche.
00:00:21: Sprecher 2: Und die Aussichten dort sind überraschend mager.
00:00:24: Sprecher 1: Man erwartet bei so einem gigantischen Turnier ja eigentlich ausgebuchte Häuser. Aber die aktuellen Zahlen zeichnen ein erstaunlich nüchternes Bild. Der Umsatz pro verfügbaren Zimmer soll im Juni wohl lediglich um 1,2 Prozent steigen.
00:00:37: Sprecher 2: Und im Juli? Da geht das Turnier ja erst in die heiße Phase.
00:00:41: Sprecher 1: Da sind es dann 1,5 Prozent. Um das greifbar zu machen: das ist ungefähr nur ein Viertel von dem wirtschaftlichen Schub, den die USA beim letzten Heimturnier 1994 erlebt haben. Das ist wie wenn ein Verein einen echten Weltklasse-Stürmer für viel Geld verpflichtet und am ersten Spieltag sitzt der Star dann nur auf der Bank.
00:01:01: Sprecher 2: Ein treffender Vergleich.
00:01:03: Sprecher 1: Es geht sogar so weit, dass die FIFA teilweise schon reservierte Zimmerkontingente wieder abgeben musste.
00:01:10: Sprecher 2: Tatsächlich? Jetzt schon?
00:01:12: Sprecher 1: In der Bay Area zum Beispiel wurden offenbar nur 15 Prozent der Blockreservierungen überhaupt abgerufen. Bei einem Mega-Turnier mit 48 Teams.
00:01:21: Sprecher 2: Wie entstehen denn solche massiven Reservierungslücken?
00:01:24: Sprecher 1: Das Hauptproblem sind die fehlenden Reisenden aus dem Ausland. Die FIFA wollte eigentlich ein Verhältnis von 50 zu 50 zwischen heimischen und internationalen Fans. Das wäre die klassische WM-Mischung auf den Rängen.
00:01:38: Sprecher 2: Eben. Momentan gehen die Tickets aber massiv an Inländer.
00:01:42: Sprecher 1: Ein wesentlicher Grund dafür sind ziemlich hohe bürokratische Hürden, die viele abschrecken.
00:01:48: Sprecher 2: Du spielst auf die Einreisebestimmungen an.
00:01:51: Sprecher 1: Richtig. Das fängt bei Visa-Gebühren von 250 Dollar an und geht bis zu möglichen Überprüfungen von Social-Media-Profilen direkt an der Grenze.
00:02:01: Sprecher 2: Aber Moment mal, wer tausende Euro für WM-Tickets und Langstreckenflüge in die Hand nimmt, der lässt sich doch nicht von 250 Dollar aufhalten. Da muss doch ein anderer Mechanismus greifen.
00:02:11: Sprecher 1: Es ist auch weniger die reine Summe. Es ist vielmehr diese bürokratische Unsicherheit. Du durchläufst diese aufwendigen Prozesse und weißt nie hundertprozentig, ob du wegen eines drei Jahre alten Posts vielleicht abgewiesen wirst. Das Risiko ist einfach zu groß.
00:02:27: Sprecher 2: Genau.
00:02:28: Sprecher 1: Da buchst du als europäischer Fan schlichtweg keine zwei Wochen Hotel im Voraus. Gerade diese ausländischen Gäste sind ja die lukrativen Kunden. Die bleiben länger, nutzen den Zimmerservice, lassen ordentlich Geld in den Städten. Das bricht jetzt teilweise weg. Wir sehen sogar schon, dass geplante Fan-Feste, wie beispielsweise in Jersey City, wieder abgesagt werden.
00:02:51: Sprecher 2: Dabei beißt sich die Katze in den Schwanz. Werden die Feste gestrichen, weil die internationalen Buchungen fehlen? Oder buchen die Fans nicht, weil die typische WM-Stimmung im Keim erstickt wird? Ohne das klassische Drumherum verliert das für den Reisenden doch extrem an Reiz.
00:03:07: Sprecher 1: Das ist ein Teufelskreis. Wobei man sagen muss, diese Zurückhaltung spüren nicht alle Standorte gleich stark.
00:03:13: Sprecher 2: Wie verteilt sich das auf die verschiedenen Austragungsorte? Die Metropolen kommen vermutlich besser weg, oder?
00:03:19: Sprecher 1: So ist es. Große internationale Drehkreuze federn das ab. Dallas, Los Angeles, Miami oder auch New York rechnen weiterhin mit einem zweistelligen prozentualen Wachstum bei den Hotel-Einnahmen.
00:03:31: Sprecher 2: Klar, ein Direktflug nach New York ist simpel.
00:03:34: Sprecher 1: Aber schau dir mal Kansas City an. Die kalkulieren für Juli sogar mit Buchungsrückgängen von bis zu 6,3 Prozent. Europäische Anhänger meiden mehrfaches Umsteigen wie der Teufel das Weihwasser. Standorte im mittleren Westen ohne direkte Fluganbindungen werden logistisch schlichtweg aussortiert.
00:03:54: Sprecher 2: Wir stehen also vor einem Turnier, bei dem die Stadien vermutlich voll mit Inländern sein werden, während viele lokale Hoteliers in die Röhre schauen.
00:04:02: Sprecher 1: Der vielzitierte wirtschaftliche Heimsieg ist jedenfalls kein Selbstläufer. Das wirft eine hoch spannende Frage für die Zukunft auf. Wenn solche Mega-Events logistisch und bürokratisch so kompliziert für internationale Gäste werden, verschiebt das womöglich das gesamte wirtschaftliche Modell einer Weltmeisterschaft. Vielleicht werden diese Turniere bald zu rein nationalen Superbowls und der globale Fan ist nur noch zu Hause vor dem Fernseher dabei.
00:04:28: Sprecher 2: Ein faszinierender Gedanke.
00:04:30: Sprecher 1: Wir bedanken uns bei dir fürs Zuhören und sind morgen früh um 8 Uhr wieder für dich da.
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