WM 2026: Milliarden für die FIFA, Schulden für den Rest
Shownotes
Die FIFA meldet Rekordumsatz – und der DFB schlägt trotzdem Alarm. In dieser Folge des fünften Sterns nehmen wir die Finanzarchitektur der WM 2026 auseinander: 655 Millionen Dollar Preisgelder klingen nach Geldregen, werden aber durch 48 statt 32 Teilnehmer drastisch verwässert.
Weiterführende Links & Infos von fussballnationalmannschaft.net: 👉 Aktuelles Thema: Hohe Kosten bei der WM 2026 – Zu wenig Geld? DFB sorgt sich um WM-Einnahmen
Themen dieser Folge:
- FIFA peilt 9 Milliarden US-Dollar Rekordumsatz bei der WM 2026 an
- 655 Millionen Dollar Preisgelder – 50 % mehr als Katar 2022, aber auf 48 Teams verteilt
- Ausschüttung pro Verband stagniert trotz Rekordsumme
- Explodierendes Kostenumfeld in den USA: Flüge, Hotels, Steuern
- DFB-Quartierjahr an der Wake Forest University (North Carolina)
- Steuerrecht-Problem: Unterschiedliche Steuersätze je US-Bundesstaat
- DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig warnt vor mangelnder Planbarkeit
- Frankreich / FFF fordert über UEFA höhere Ausschüttungen
- Deutsche Titelprämie: 400.000 Euro pro Spieler × 26 Spieler = 10,4 Mio. Euro
- Garantiertes FIFA-Startgeld: 10,5 Mio. Dollar – rechnerisch bereits aufgebraucht
- FIFA-Kongress Vancouver, 30. April 2026: Finanzstreit auf der Agenda
- Kleinere Verbände drohen, Kredite für WM-Logistik aufnehmen zu müssen
Erwähnte Personen:
- Andreas Rettig (DFB-Geschäftsführer)
Erwähnte Organisationen:
- FIFA, DFB, UEFA, FFF (Französischer Fußballverband)
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Transkript anzeigen
00:00:00: Sprecher 1: Guten Morgen und herzlich willkommen zur neuesten Folge des Podcasts der fünfte Stern. Täglich Nationalelf und WM 2026 News am heutigen Montag, den 20. April. Die FIFA steuert auf einen Rekordumsatz von 9 Milliarden US-Dollar zu. Man denkt im ersten Moment, die teilnehmenden Nationen schwimmen bei der kommenden Weltmeisterschaft im Geld. Das liegt auch nahe, aber stattdessen schlagen der DFB und weitere europäische Verbände Alarm. Denen droht unter dem Strich am Ende oft ein handfestes finanzielles Minusgeschäft.
00:00:35: Sprecher 1: Wir knöpfen uns heute für euch die aktuellen Berichte und Zahlen rund um den DFB und die FIFA vor. Wir wollen in den nächsten Minuten einfach mal klären, wieso ein Turnier, das so viel Geld abwirft wie nie zuvor, für die einzelnen Verbände zur Kostenfalle wird. Die nackten Zahlen der FIFA klingen im ersten Moment nach einem echten Geldregen, oder?
00:00:57: Sprecher 2: Auf dem Papier, auf jeden Fall. Der Weltverband schüttet immerhin 655 Millionen US-Dollar an Preisgeldern aus. Das ist ein sattes Plus von 50 Prozent im Vergleich zum letzten Turnier in Katar. Wer am Ende den Pokal holt, nimmt 50 Millionen Dollar mit nach Hause.
00:01:12: Sprecher 1: Richtig, aber da gibt es eben einen gewaltigen Haken. Der Kuchen ist zwar größer geworden, wird nun aber durch 48 statt 32 geteilt. Das ist dann so, als würde man für eine Meisterfeier das Buffet massiv vergrößern, aber statt des Profikaders hat dann plötzlich jemand den kompletten Verein inklusive aller Jugendmannschaften eingeladen.
00:01:32: Sprecher 2: Ein sehr schönes Bild – da werden am Ende viele nichts satt. Die Erhöhung der Gelder relativiert sich durch diese 16 zusätzlichen Mannschaften sofort. Unter dem Strich stagniert die Ausschüttung pro Verband, während das Turnier an sich massiv aufgebläht wurde.
00:01:47: Sprecher 1: Eine stagnierende Ausschüttung wäre vielleicht noch irgendwie verkraftbar, wenn die Rahmenbedingungen gleich blieben. Aber die Nebenkosten in Nordamerika schießen förmlich durch die Decke. Wir sprechen da über riesige Distanzen in den USA, Kanada und Mexiko. Jedes Team hat erst einmal 10,5 Millionen US-Dollar sicher – 1,5 Millionen für die Vorbereitung und 9 Millionen Startgeld.
00:02:13: Sprecher 2: Klingt nach viel – schmilzt in den USA aber rasant ab. Demgegenüber stehen nämlich exorbitante Reise- und Hotelkosten. Und dann kommt noch ein Thema dazu, das DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig echtes Unbehagen bereitet: Die amerikanische Steuergesetzgebung ist ein ziemlicher Dschungel.
00:02:33: Sprecher 1: Der DFB hat sein Quartier an der Wake Forest University in North Carolina bezogen. Wie genau wird das Steuerrecht da zum Problem?
00:02:35: Sprecher 2: In den USA variieren die Steuergesetze von Bundesstaat zu Bundesstaat. Du hast unterschiedliche Sätze bei Hotels, Dienstleistungen oder sogar bei Einkommen. Wer quer durchs Land fliegt, muss permanent neue Steuern kalkulieren. Die Planbarkeit geht da völlig verloren.
00:02:51: Sprecher 1: Das betrifft ja nicht nur den DFB.
00:02:53: Sprecher 2: Genau. Die Franzosen haben über die UEFA bereits Vorstöße bei der FIFA unternommen. Der Verband FFF fordert höhere Ausschüttungen, weil diese enormen Nebenkosten den europäischen Verbänden echt wehtun.
00:03:05: Sprecher 1: Zumal wir den internen Kostendruck noch gar nicht erwähnt haben. Neben den externen Kosten für Hotels und Steuern müssen die Verbände ja ihre eigenen Mannschaften bezahlen. Nehmen wir die deutsche Titelprämie.
00:03:17: Sprecher 2: Wie schon 2022 und 2024 sind für jeden Spieler 400.000 Euro für den WM-Sieg ausgelobt. Wenn wir das kurz durchrechnen: Bei 26 Spielern im Kader sind das unterm Strich 10,4 Millionen Euro. Da schließt sich der Kreis zum finanziellen Paradoxon. Die garantierten FIFA-Einnahmen von 10,5 Millionen Dollar decken das im Erfolgsfall quasi gerade so ab. Das Geld ist im Grunde schon komplett an den eigenen Kader verplant, bevor auch nur ein einziger Inlandsflug oder ein Hotelzimmer in den USA bezahlt wurde.
00:03:49: Sprecher 1: Am 30. April kommen die 211 Nationalverbände zum FIFA-Kongress in Vancouver zusammen. Dieses finanzielle Spannungsfeld wird da am Rande sicher für reichlich Zündstoff sorgen. Die Diskrepanz zwischen den Milliardenumsätzen der FIFA und den schmelzenden Budgets der Verbände muss da dringend auf den Tisch.
00:04:07: Sprecher 2: Das Thema betrifft ja nicht nur die großen Nationen. Wenn selbst finanzielle Schwergewichte wie der DFB oder Frankreich ins Schwitzen kommen, droht kleineren Nationen ein massives Problem. Verbände, die sich vielleicht sensationell qualifizieren, müssen künftig womöglich Kredite aufnehmen, nur um die Logistik einer Weltmeisterschaft bezahlen zu können. Ein Gedanke, der zeigt, wie fragil dieses System geworden ist.
00:04:33: Sprecher 1: Vielen Dank fürs Zuhören bei dieser Ausgabe von Der fünfte Stern. Bis zum nächsten Mal.
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